
«Keine Entwarnung». Dies die Stossrichtung des neuen Lageberichts des Nachrichtendienstes (NDB), der insbesondere auf den Linksextremismus zutrifft. 2025 zählte der NDB 215 linksextreme Ereignisse, davon 63 gewaltsame. Im Rechtsextremismus waren es 22 Ereignisse und 3 gewaltsame. Dieses Verhältnis ist kein Ausreisser. Seit Jahren bewegen sich die linken Vorfälle um die 200 pro Jahr, die rechten im tiefen Zweistellerbereich.
Der NDB schreibt: «Öffentlich sichtbare Gewalt geht überwiegend von Exponenten der linksextremistischen Szene aus.» Das Gewaltpotenzial dieser Szene sei hoch. Wer wissen will, was das konkret bedeutet, muss nur in die grösseren Schweizer Städte schauen. An sog. «Pro-Palästina-Demos» verwüsten Antifa-Mobs regelmässig die Innenstädte, verletzen Menschen und begehen Sachschäden an fremdem Eigentum. Anschläge auf die Swiss, auf Bahninfrastruktur, auf die Berliner Stromversorgung im Januar 2026: Sabotage gilt dieser Szene als legitimes Mittel.
Auffällig ist, was im öffentlichen Diskurs passiert, wenn die Zahlen vorliegen. Rechtsextreme Vorfälle werden skandalisiert – selbst, wenn sie gewaltlos sind. Linksextreme Gewalt wird verharmlost oder gar nicht erwähnt. Womöglich liefert die ZHAW-Studie von 2023 eine Erklärung: 76 Prozent der Schweizer Journalisten verorten sich selbst links der Mitte. Hinzu kommt, dass die Aufsichtsbehörde über die Nachrichtendienste dem NDB attestiert, er erfülle seinen Auftrag ausgerechnet beim Linksextremismus nicht optimal. Zu wenig Ressourcen, zu wenig Kreativität bei der Informationsbeschaffung. Eine Szene, die als unberechenbarer gilt als die rechte, wird also schlechter beobachtet.
Daneben warnt der Bericht vor einer zweiten Bedrohung, die niemand kleinreden sollte. Die Terrorgefahr in der Schweiz ist erhöht und wird laut NDB «primär von der dschihadistischen Bewegung geprägt». Der Messerangriff vom 28. Mai 2026 in Winterthur, verübt von einem dschihadistisch radikalisierten Täter, bestätigt das. Seit Mitte Mai 2025 registrierte der NDB europaweit zwölf dschihadistische Anschläge gegen Passanten, ausnahmslos mit einfachen Mitteln begangen. Der «Islamische Staat» rief im September 2025 jugendliche Anhänger explizit zu Anschlägen auf jüdische und christliche Ziele in Europa auf.
Die Lehre aus dem neuen NDB-Bericht ist einfach. Wer Gewalt bekämpfen will, muss zuerst benennen, woher sie kommt. Solange Politik und Medien aus ideologischer Bequemlichkeit den grössten Brandherd ausblenden, bleibt der Bürger ungeschützt.
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