Am 8. März 2026 stimmen wir über die SRG-Initiative ab. Und immer, wenn es darum geht, eine aufgeblähte, staatsnahe Einrichtung auf eine halbwegs vertretbare Finanzierungsbasis zu stellen, wird es laut und emotional – sehr emotional.
«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 9. Januar 2026
Wer von diesem System profitiert (und bei einem SRG-Jahresetat von 1,5 Milliarden gibt es viele Profiteure), will seine Privilegien nicht kampflos aufgeben.
335 Franken müssen Schweizer Haushalte jährlich für die SRG bezahlen – selbst, wenn sie deren Programme gar nicht konsumieren. Das ist mit Abstand der höchste Wert in ganz Europa! Und wer ein Unternehmen besitzt, bezahlt gleich doppelt: Bis zu 50’000 Franken pro Jahr, abhängig vom Umsatz. Wenn es jetzt darum geht, mit der SRG-Initiative die Radio- und Fernsehgebühren auf 200 Franken pro Jahr zu senken, muss es unser Anspruch sein, den Kampfbegriff der «Halbierungsinitiative» aus dem Diskurs zu verbannen. Wer rechnen kann, bemerkt schnell, dass es nicht um eine Halbierung der Gebühren geht, sondern um eine vertretbare Senkung von 40 Prozent.
Die SRG und ihre Entourage blasen zum «letzten Gefecht». Das Schlagwort der Halbierungsinitiative ist dabei längst nicht der einzige Propagandatrick aus dem Hause Leutschenbach. So tingelt SRG-Direktorin Susanne Wille (mit einem Jahresgehalt von einer halben Million) durchs Land, um für die Vorzüge des Staatsfunks zu werben. Für eine gross angelegte «PR-Beizentour» instrumentalisiert die SRG ihr mit Gebührengeldern bekannt gemachtes ehemaliges und aktuelles Moderationspersonal. Hinzu kommen offensichtliche Imagewerbung auf ihren eigenen Sendern und auffällig klare «Swissness»-Inszenierung – man durchschaut sofort, dass sich die SRG vor der Abstimmung von ihrem Image als linker Sender lösen und möglichst alle Bevölkerungsgruppen mit ins Boot holen will.
Doch damit nicht genug: Um die Stimmbevölkerung von einem Nein zur Gebührensenkung zu überzeugen, investiert die SRG-Trägerschaft 400’000 Franken in den Abstimmungskampf. Die SRG tritt damit offiziell als politischer Akteur in Erscheinung und missbraucht die Gebührengelder für Abstimmungspropaganda in eigener Sache. Das ist eine eindeutige Grenzüberschreitung, die nicht ohne Folgen bleiben darf. Nur ein Ja zur SRG-Initiative schafft Abhilfe und führt dazu, dass man der übergriffigen SRG nicht mehr alles durchgehen lässt.
Der Beitrag SRG im «letzten Gefecht» erschien zuerst auf Anian Liebrand.





