In Kinder- und Jugendtagen war ich einer, den man gemeinhin als «Fussballfreak» bezeichnet. Ich kannte alle Spieler, verfolgte alle Spiele und vertiefte mich in allerlei Statistiken. Ich las alle Fachmagazine, die ich kriegen konnte. Zum Amüsement meines Umfelds konnte ich mich stundenlang mit allen Details der Fussballwelt verweilen.
«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 3. Juli 2026
Heute sagt mir der ganze Fussballzirkus wenig bis gar nichts mehr. Zu viele Perversionen, zu viel Maschinerie, zu viele Fernsehgelder sind im Spiel, so dass der Sport für mich den Reiz verloren hat. So verfolge ich auch die gegenwärtig laufende Weltmeisterschaft in Nordamerika bloss noch aus einer gewissen Distanz. Wenn ich aber mal einen Fussballmatch schaue, dann sind mir WM-Spiele die Liebsten. Nichts toppt den Wettstreit der Nationalmannschaften: Kein Ligaspiel, keine Spitzenpartie zwischen den europäischen Topklubs mit all ihren abgehobenen Söldner-Millionären.
Bei so manchen WM-Teilnehmern aus allen Herren Ländern ist noch immer deutlich wahrnehmbar, dass es ihnen hier um mehr geht: Um den Stolz, das eigene Land vertreten zu dürfen – um die Verpflichtung den eigenen Leuten gegenüber. So fiebere auch ich mit, wenn die Mannschaften aus Curaçao und Kap Verde über sich hinauswachsen – und ich ärgere mich, wenn die Multikulti-Truppe der Schweiz derart nonchalant und disziplinlos auftritt, dass sie gegen Katar in letzter Minute noch ein Gegentor kriegt…
Besonders positiv registriert habe ich an dieser WM, dass es offenbar unter Fussballern einen Trend gibt, sich zum christlichen Glauben zu bekennen. Der deutsche, einer Misch-Ehe entstammende Nationalspieler Felix Nmecha etwa betet vor, während und nach jedem Spiel direkt auf dem Platz. Allen Medien, die ihn fragen, sagt er, dass er sein Leben ganz nach Jesus Christus ausrichte und der Glaube für ihn das Grösste sei. Nach dem Spiel gegen Ecuador betete er gar gemeinsam mit ebenfalls gläubigen ecuadorianischen Gegenspielern. Was für eine starke, vorbildliche Botschaft in diesen Tagen voller Zwist und Feindseligkeiten!
Nmecha kümmert’s wohl auch wenig, wenn er in deutschen Medien als «Fussballprofi mit Christusfimmel» verspottet wird. Wer fest im Glauben steht, gerät durch die Kräfte der Welt nicht ins Wanken. Ähnlich dürfte es Rubén Vargas sehen – gläubiger Nationalspieler der Schweizer Nati. Bei mehr Nmechas und Vargas’ sehe ich wieder Hoffnung für den Fussball!
Der Beitrag Kraft des Glaubens erschien zuerst auf Anian Liebrand.





