Während andere Kantone auf parlamentarische Vorstösse setzen, bringt die SVP Kanton Zug die Kopftuch-Frage direkt vors Volk: Am 27. August 2026 hat sie die kantonale Volksinitiative «Keine Kopftücher an den Zuger Schulen und Kindergärten» mit 2’221 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht.
Die Initianten rücken den Kinderschutz, die weltanschauliche Neutralität im Schulzimmer und die Verhinderung gesellschaftlicher Parallelstrukturen ins Zentrum. Ein Kinderkopftuch sei kein «harmloses Stück Stoff» – wer das behaupte, verschliesse bewusst die Augen vor der Realität vieler junger Mädchen. Ein staatliches Verbot für Minderjährige im Schul- und Kindergartenalter sei kein Eingriff in die Religionsfreiheit von Erwachsenen, sondern eine notwendige Schutzmassnahme.
«Bis Kinder alt genug sind, selbst zu entscheiden, ist es die Pflicht des Staates, Mädchen vor Ideologien zu schützen, die sie bereits im Kindesalter in Rollenbilder drängen, die unserer Bundesverfassung widersprechen», betont SVP-Kantonalpräsident Philip C. Brunner. «Ein Verbot nimmt den Druck von ihren Schultern und gibt ihnen die Freiheit zurück, einfach Kind zu sein.»
Wie dringlich das Handeln ist, zeigt der Blick ins nahe Ausland: In Österreich hat sich die Zahl der kopftuchtragenden Mädchen an Schulen von 3’000 im Jahr 2019 auf heute rund 12’000 vervielfacht – eine Entwicklung, die sich nicht mehr allein demografisch erklären lässt. Radikalislamische Influencer inszenieren sich in den sozialen Medien als «Sittenwächter» und erzeugen enormen Konformitätsdruck: Wer sich nicht verhüllt, riskiert Mobbing und Stigmatisierung. Österreich hat gehandelt, und auch die Regierung Meloni in Italien orientiert sich am österreichischen Modell.
In Zug ist die Ausgangslage besonders spannend: Bereits im vergangenen Jahr überwies der Kantonsrat eine entsprechende SVP-Motion hauchdünn mit 37 zu 35 Stimmen an den Regierungsrat. Mit der Initiative erhöht die Partei nun den Druck. Als Nächstes prüft die Staatskanzlei die Gültigkeit der Unterschriften, danach befasst sich der Kantonsrat mit dem Begehren. Lehnt er es ab, kommt die Initiative vors Volk – möglich wäre auch ein Gegenvorschlag.
Quellen:
https://www.svp-zug.ch/medienmitteilungen/medienmitteilung-vom-31-08-2026-svp-kanton-zug-reicht-volksinitiative-keine-kopftuecher-an-den-zuger-schulen-und-kindergaerten-erfolgreich-ein/
https://www.zentralplus.ch/news/ein-kopftuch-verbot-soll-nun-vors-zuger-stimmvolk-2895514/
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