Für eine würdige Erinnerungskultur
Online-Petition
Die EDU Schweiz lancierte Anfang August 2025 eine an den Regierungsrat des Kantons Thurgau gerichtete Petition.
Vor und während des Zweiten Weltkriegs wurde den Jüdinnen und Juden unfassbares Leid angetan – auch in der Schweiz. Obwohl viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Verantwortung wahrgenommen haben und im ganzen Land die Solidarität mit den Opfern des Nationalsozialismus dominierte, gab es auch Missstände, die bis heute unzureichend oder gar nicht aufgearbeitet wurden. Besonders viel Schuld aufgeladen hat sich der Kanton Thurgau, wo ein extrem rigides bis unmenschliches Verhalten gegenüber jüdischen Flüchtlingen vorherrschte und es zu massenhaften Abweisungen an der Grenze kam.
Trotz der unbestreitbaren historischen Verantwortung bleibt der Kanton Thurgau bis heute jede ernsthafte, sichtbare Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels seiner Vergangenheit schuldig. Bis heute hat der Thurgauer Regierungsrat weder eine offizielle Entschuldigung gegenüber jüdischen Gemeinschaften noch konkrete Zeichen der Erinnerung, wie Mahnmale an den Grenzorten, zustande gebracht. Statt mutiger Aufarbeitung herrschen Ausflüchte und Verzögerungstaktiken vor. Um ihr Nichtstun zu begründen, verweisen die Thurgauer Behörden seit Jahren auf sog. «bundesweite Initiativen». Doch auch, nachdem man in der ganzen Schweiz spürbar vorwärts gemacht hat mit der Schaffung mehrerer geplanten Erinnerungsstätten, regt sich im Thurgau noch immer nichts.
Deshalb fordern wir ein klares «Nie wieder!» in Wort und Tat. Strafbarkeit mag verjähren – Schuld jedoch nicht. Der Thurgau riskiert, durch seine Untätigkeit selbst zum Mahnmal eines uneinsichtigen Umgangs mit der eigenen Geschichte zu werden.
Wir bitten Sie, unsere Petition zu unterschreiben auf www.fuer-gerechtigkeit.ch. Herzlichen Dank!
Daniel Frischknecht, Präsident EDU Schweiz
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