Wer in diesen Zeiten die Nachrichten verfolgt, findet selten Grund zur Freude. Diesen «Schlusspunkt» widme ich deshalb bewusst einer guten Nachricht.
«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 2. Oktober 2026
Am 19. September kamen rund 2’200 Menschen zum 16. «Marsch fürs Läbe» nach Zürich-Oerlikon. So viele waren es noch nie, gegenüber dem Vorjahr etwa zehn Prozent mehr. Auffallend viele Junge liefen mit, Familien mit Kinderwagen, Väter mit dem Kind auf dem Arm, Betagte im Rollstuhl. Eine Samba-Band spielte, es wurde gesungen, gebetet und gelacht. Zum Schluss spendete Weihbischof em. Marian Eleganti den Segen.
Das Motto «Together for life» nahm dieses Jahr die Männer in die Pflicht. SVP-Nationalrat Nicolas Kolly sagte es klar: «Die Verantwortung des Vaters beginnt vor der Geburt.» Ein weiterer Redner erzählte von einem Studenten, dessen Freundin abtreiben liess, ohne ihn über die Schwangerschaft zu informieren. Dann sagte er: «Dieser Student steht heute auf der Bühne.» Auf dem Platz wurde es still. Hinter der Zahl 12’301 stehen zahlreiche solche Geschichten. So viele Kinder wurden 2025 in der Schweiz nämlich abgetrieben.
Wer für das Recht auf Leben einsteht, hat es alles andere als leicht. Vermummte blockierten auch in diesem Jahr wieder die Route mit Velos, zündeten Feuerwerk, kippten Unrat auf die Strasse und brüllten «Fuck Fundis! ». Die Polizei musste Wasserwerfer einsetzen. Die Teilnehmer des «Marschs fürs Läbe» liessen sich aber nicht provozieren. Wer gegen solche Anfeindungen und gegen einen Zeitgeist, der Abtreibung zum Menschenrecht erklärt, öffentlich hinsteht, verdient Respekt. Und dass es immer mehr sind, die bereit sind, dafür Gesicht zu zeigen, macht Mut für die kommenden Jahre.
Ärgerlich bleibt, wie die Stadt Zürich den Marsch fürs Läbe behandelt. Seit Jahren verweigert sie ihm eine Route durch die Innenstadt, aus Sicherheitsgründen, wie es heisst. Die 1.-Mai-Demonstration darf dort Jahr für Jahr durchziehen, obwohl Linksextremisten immer wieder Petarden zünden, Fassaden versprayen und Polizisten angreifen. Der friedliche Marsch dagegen wird an den Stadtrand verbannt, weil andere ihn stören wollen. Verkehrte Welt! Zu Recht wehren sich die Verantwortlichen und fordern gleiches Recht für alle. Hoffentlich mit Erfolg für das kommende Jahr.
Der nächste Marsch fürs Läbe findet am 18. September 2027 statt – schön wäre, wenn sich die Teilnehmerzahl nochmals erhöhen wird. Das Anliegen ist aktueller und wichtiger denn je: Die Tötung ungeborener Kinder darf niemals als normal angesehen werden.
Der Beitrag Freudige Lebensschutzkunde erschien zuerst auf Anian Liebrand.





