Bargeld ist mehr als ein Zahlungsmittel. Es ist gelebte Unabhängigkeit, Schutz der Privatsphäre und ein Sicherheitsnetz in Krisenzeiten. Während weltweit digitale Zahlungssysteme vorangetrieben werden, steht die Schweiz vor einer Grundsatzfrage: Wollen wir die Kontrolle über unser Geld behalten – oder sie Schritt für Schritt aus der Hand geben? Ein Ja zur Volksinitiative «Bargeld ist Freiheit» setzt ein klares Zeichen für Selbstbestimmung und Stabilität.
Bargeld wirkt unscheinbar. Eine Münze, eine Banknote, ein Griff ins Portemonnaie. Was uns allen als selbstverständlicher Teil unseres Lebens erscheint, ist in Wahrheit ein zentrales Element unserer freiheitlichen Ordnung. Wer bar bezahlt, entscheidet selbst. Ohne Zwischeninstanz, ohne technische Hürde, ohne Datenspur. Bargeld ist unmittelbares Eigentum – nicht bloss ein digitales Zugriffsrecht.
Die Interessen dahinter
Gerade in einer Zeit rasanter technologischer Entwicklung wird diese Unabhängigkeit zunehmend infrage gestellt. Weltweit sinkt der Bargeldanteil, immer mehr Geschäfte und Institutionen setzen ausschliesslich auf digitale Zahlungssysteme. Hinter dieser Entwicklung stehen nicht nur Bequemlichkeit und Effizienz, sondern auch handfeste wirtschaftliche und politische Interessen. Organisationen wie die «Better Than Cash Alliance» verfolgen offen das Ziel, Bargeld zurückzudrängen und digitale Zahlungen zu fördern. Zu ihren Unterstützern zählen unter anderem grosse Finanz- und Technologiekonzerne.
Digitale Zahlungen mögen Vielen als praktisch erscheinen. Das sind sie auch – solange alles funktioniert. Doch sie schaffen auch neue Abhängigkeiten: von Strom, Internet, Software, Banken und politischen Entscheiden. Fällt eines dieser Systeme aus, steht im Extremfall das öffentliche Leben still. Länder wie Schweden oder Norwegen, die den Bargeldgebrauch stark reduziert hatten, haben in den letzten Jahren erkannt, wie verletzlich eine nahezu bargeldlose Gesellschaft ist. In Krisenszenarien – etwa bei Cyberangriffen oder Stromausfällen – wird Bargeld plötzlich wieder zur unverzichtbaren Lebensader.
Geld als steuerbares Instrument
Auch auf europäischer Ebene schreitet die Entwicklung voran. Mit dem geplanten digitalen Euro bereitet die Europäische Union eine neue Form staatlichen Zentralbankgeldes vor. Solche digitalen Zentralbankwährungen eröffnen technische Möglichkeiten, die weit über das heutige Zahlungssystem hinausgehen. Nutzungsbedingungen, Negativzinsen oder zeitliche Beschränkungen könnten direkt ins Geld programmiert werden. Geld würde damit vom neutralen Tauschmittel zum steuerbaren Instrument.
Im Gegensatz zur EU ist die Lage in der Schweiz noch stabiler. Aber auch bei uns lassen sich Tendenzen erkennen, die aufrütteln sollten. Bargeldlose Läden, Ticket-Automaten ohne Münzeinwurf (Beispiel BLS!), Veranstaltungen mit «cashless only»-Konzepten (Open Airs, Weihnachtsmärkte etc.). Für viele mag das modern wirken. Doch es schliesst Menschen aus: ältere Personen ohne Smartphone, Kinder ohne Karte, technisch Ungeübte oder schlicht jene, die bewusst und mit jedem legitimen Recht anonym bezahlen möchten. Eine Gesellschaft, die Bargeld faktisch verunmöglicht, benachteiligt ganze Bevölkerungsschichten.
Bargeld-Ende verhindern: EINMALIGE Chance der Schweiz
Machtkonzentration begrenzen
Hinzu kommt ein grundsätzlicher Unterschied: Wer Bargeld besitzt, hat Eigentum in der Hand. Wer digitales Guthaben besitzt, hat ein Versprechen – und ein Zugriffsrecht auf ein Konto. Dieses Recht kann leichter eingeschränkt, gesperrt oder verteuert werden. Internationale Beispiele zeigen, dass Kontosperrungen als politisches Druckmittel eingesetzt werden können. Selbst wenn solche Szenarien in der Schweiz derzeit fernliegen: Eine freiheitliche Ordnung lebt davon, Machtkonzentration zu begrenzen, bevor sie missbraucht wird.
Oft wird argumentiert, Bargeld sei ein Relikt aus vergangenen Zeiten oder gar ein Werkzeug der organisierten Kriminalität. Dabei erfolgt ein Grossteil der illegalen Geldflüsse längst digital – über komplexe Finanzkonstruktionen oder Kryptowährungen. Die pauschale Kriminalisierung von Bargeld trifft vor allem rechtschaffene Bürger, die ein Recht auf Privatsphäre haben.
Bargeld ist Freiheit
Die Volksinitiative «Ja zu einer unabhängigen, freien Schweizer Währung mit Münzen oder Banknoten (Bargeld ist Freiheit)», über die wir in der Schweiz am 8. März 2026 abstimmen, will den Schweizerfranken mit Münzen und Noten ausdrücklich in der Bundesverfassung verankern – damit unsere Landeswährung nicht still und heimlich durch eine digitale Währung, z.B. als «E-Franken» ersetzt werden kann. Sie stellt klar: Bargeld soll erhalten bleiben. Damit wird Rechtssicherheit geschaffen – nicht nur symbolisch, sondern verbindlich.
In den parlamentarischen Beratungen wurde das Anliegen grundsätzlich anerkannt. Ein direkter Gegenentwurf übernimmt bestehende gesetzliche Bestimmungen auf Verfassungsstufe und bestätigt die Verantwortung der Schweizerischen Nationalbank für die Bargeldversorgung. Doch die Initiative geht weiter: Sie stärkt das Bargeld explizit und macht deutlich, dass Noten und Münzen nicht schleichend verdrängt werden dürfen.
Follow the Money: Wer will BARGELD ABSCHAFFEN?
Bargeld für Stabilität
Gerade angesichts globaler Verschuldung, geopolitischer Spannungen und wachsender digitaler Kontrolle ist Krisenresilienz (Widerstandsfähigkeit) entscheidend. Eine robuste Gesellschaft setzt nicht alles auf eine Karte – oder ein System. Bargeld ist ein analoges Sicherheitsnetz in einer zunehmend digitalen Welt. Es funktioniert ohne App, ohne Passwort, ohne Update.
Darüber hinaus ist Bargeld Teil unserer Identität. Der Schweizer Franken gilt als eine der stabilsten Währungen der Welt. Er steht für Verlässlichkeit und Kontinuität. Noten und Münzen schaffen Vertrauen – beim Sparen, beim Schenken, beim alltäglichen Bezahlen. Was man in der Hand hält, versteht man als Wert. Diese unmittelbare Erfahrung lässt sich nicht digital ersetzen.
Wahlfreiheit erhalten
Ein Ja zur Initiative ist kein Nein zur Technologie. Niemand fordert die Abschaffung digitaler Zahlungsmittel. Es geht um Wahlfreiheit. Um das Recht, selbst zu entscheiden, wie man bezahlt. Um die Sicherung eines bewährten Systems, bevor es unwiederbringlich ausgehöhlt wird.
Die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können. Was heute als «Verschwörungstheorie» abgetan wird, kann morgen Realität sein. Wer Freiheit erhalten will, muss sie rechtzeitig absichern. Die Volksinitiative «Bargeld ist Freiheit» bietet diese Chance. Darum braucht es am 8. März ein klares Ja zu «Bargeld ist Freiheit». Für Selbstbestimmung. Für Stabilität. Für eine Schweiz, die ihre Währung und ihre Freiheit nicht leichtfertig preisgibt.
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